Familie Kleßmann

und Familie Lörpabel

Geschichte der Familie Kleßmann

 

Die Familie Kleßmann bewirtschaftete für Jahrhunderte einen Bauernhof in der Bauerschaft Nordhorn bei Gütersloh, die Postadresse lautete „Nordhorn Nr. 7“. Der erste Nachweis für diesen Bauernhof ist von 1268, damals wurden die Einkünfte des Grundherren, dem das Kloster Marienfeld gehörte, aufgelistet.

Da es in Nordhorn keine Kirche gab, ging man sonntags zu Fuß oder mit einem Fuhrwerk nach Gütersloh zur Kirche, die heutige Apostelkirche. Das Dorf Gütersloh hatte damals ungefähr 3.000 Personen, erst 1825 wurde Gütersloh das Stadtrecht verliehen.

Der Bau der Cöln-Mindener Eisenbahn (CME) veränderte 1846 erheblich die Situation für Peter Kleßmann (1814–1885), der nun hinnehmen musste, dass einige seiner Grundstücke enteignet wurden. Durch die Bahntrasse wurde die Bewirtschaftung seiner Felder erschwert, da einzelne Felder nur noch schwer erreichbar waren.

Nach dem Tod Peter Kleßmanns 1885 erbte sein Sohn Heinrich Kleßmann (1858–1925) den Hof. Er heiratete 1892 Anna Maria Lörpabel (1867–1955), die in der naheliegenden Bauerschaft Pavenstädt geboren worden war.

Der Unternehmer Carl Miele (1869–1938) zog 1907 mit seinem Betrieb von Herzebrock nach Nordhorn und drängte nach Erweiterungen, und auch die Preußischen Staatseisenbahnen benötigten 1913 weitere Flächen. Miele, der schon eine Reihe von Grundstücke in Sundern erworben hatte, und Heinrich Kleßmann verständigten sich, die beiden Grundstücke auszutauscht, 1920 waren sie sich einig.

Der Hof „Meier zu Avenstroth“ in Sundern gehörte nun Heinrich Kleßmann. Er starb 1925, sein Sohn Wilhelm Kleßmann (1894–1981) übernahm den Hof. Im November 1944 wurde der Hof durch einen Bombenangriff erheblich beschädigt und nach dem Zweiten Weltkrieg (verändert) wieder aufgebaut.

Literatur

• Dr. Gustav Kleßmann: Meine Sippe. Handschriftlicher Stammbaum, 1937.

• Rudolf Kleßmann, Harald Rethage: Sunderaner Geschichte(n). Entwicklung einer Gütersloher Bauerschaft. Hrsg. Bürgerverein Sundern, 2004.

• Friedrich-Wilhelm Kleßmann: 100 Jahre Sundern. Privatdruck 2019.

 

Weblinks

Der Sunderaner – Berichte aus dem Vereinsleben des Bürgerverein Sundern – Ausgabe Nr. 37, Mai 2021, 100 Jahre in Sundern – Rückblick von F. W. Kleßmann, S. 15–18.

Westfalenhöfe – Nordhorn Nr. 7, Kleßmann

Westfalenhöfe – Sundern Nr. 2, Kleßmann

Commons.wikimedia.org – Klessmann